Messegeplauder

Geschafft! Eine lange Woche ist überstanden. Mit einem Aufbautag und fünf Tagen Messe. Am Anfang noch fit und ausgeschlafen, hat das mit zunehmender Messedauer rapide abgenommen. Der Tagesablauf hat sich während der Woche auf das Wesentlichste reduziert: Aufstehen, zwei Stunden mit dem Auto im Stau stehen, zehn Stunden an der Messe, nach Hause fahren und neun Stunden schlafen. Hätte nie gedacht, dass das so anstrengend ist. Das Rumstehen und -gehen macht mir überhaupt nichts aus. Aber der permanent hohe Geräuschpegel und die ganzen Gespräche während des Tages rädern einem.

Dazu natürlich die wunderbaren Verpflegungsmöglichkeiten während einer Messe. Wenn man nicht Fan von Raclette oder Bratwurst ist, wird es schwierig. Bei mir war die ganze Woche Birchermüesli, Suppe und Salat angesagt. Eine Cola habe ich mir zwischendurch mal gegönnt. Ein einziges Mal. Weil ich kein zweites Mal bereit war, für ein 0.5l Pet Fläschli 5.20 Franken auf den Tresen zu legen.

Das Sprichwort „Es gibt keine böden Fragen, nur blöde Antworten“ wurde während der Woche auf eine harte Probe gestellt. Glaubt mir, es gibt blöde Fragen, zuhauf, in unendlicher Menge… Darauf  nicht pampig zu antworten, verlangt einem zwischendurch einen grossen Grad an Selbstbeherrschung ab.

An Messen wird geklaut. Was das Zeug hält. In der Firma wurde ich komisch beäugt, da ich ein ganzes Palett Dekomaterial gepackt hatte. Wenn nicht, wir hätten am zweiten Tag keine Deko mehr auf dem Stand gehabt. Ich staune, was die Leute offenbar alles für  zuhause gebrauchen können.

Der Umgang mit Medienvertretern ist auch immer erbaulich. Die meisten Journalisten sind zarte Pflänzchen. Vor allem Mimosen sind dabei in grosser Zahl vertreten. Ist eine spezielle Situation. Man möchte in den Magazinen ja mit den eigenen Produkten vertreten sein. Und die Journis wollen natürlich Anzeigenplatz verkaufen. Ein Geben und ein Nehmen…

In knapp 24 Stunden habe ich jetzt 16 Stunden geschlafen. Und um etwaigen Kommentaren zuvor zu kommen: Nein, es ist nicht das Alter… Das Wort Messe muss mir im nächsten halben Jahr niemand in den Mund nehmen. Da verzichte ich dankend.

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2 Antworten auf Messegeplauder

  1. Marco sagt:

    Meine Erfahrung mit Messen als Mitarbeiter beschränkt sich im Augenblick auf eine IT-Messe. 1 Woche lang, mögliche Interessenten über das Produkt informieren und wenn möglich an Ihre Kontaktdaten ran kommen damit man sie später wieder mit weiteren Informationen oder gar Besuchen „nerven“ kann.

    Allerdings durfte man sich als Standbetreiber selbst mit Getränken auch von Ausserhalb versorgen. Bei uns bunkerte also gleich mehrere Flaschen Mineralwasser. Zum Essen gabs eine extra Kantine für die Aussteller, Morgens und Abends gab es abwechslungsreiche Menus.

  2. Brownie sagt:

    Getränke hatten wir selber genug auf dem Stand. Aber nach irgendwie fünf Tagen Messe hat man es mit Mineral, O-Saft und Kaffee dann mal gesehen. Nö, abwechslungsreich waren die Menus nicht. Lausig aufgewärmt, pardon regeniert war das Essen auch. Und über den Preis reden wir gar nicht erst. Zum Glück vorbei und frühstens wieder in zwei Jahren… 😉

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